ALEX BRUNET und OLGA VAROVA im Gespräch

Alex Brunet und Olga Varova sind das wohl heißeste Pärchen in Paris. Gemeinsam fotografieren sie Modestrecken, Kampagnen und eben sich selbst. In ihrem laufenden Projekt fotografiert Alex Olga vor Fortbewegungsmitteln aller Art. Im Gespräch erzählen sie von dem Projekt, wieso David Bowies „I’m Deranged“ der perfekte Song zum Auto fahren ist und was sie mit den Polaroids vorhaben.

Alex, du fotografierst Olga vor verschiedenen Transportmitteln. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Wir waren im Sommerurlaub in Südfrankreich und sind auf unseren Fahrrädern rumgefahren, waren in einer Bar was trinken. Später sind wir dann weiter durch die Nacht gefahren. Wir waren ein bisschen betrunken und das erste, was ich sah, war ein deutsches Wohnmobil. Ich dachte, wie lustig ist das denn, ich will dich nackt vor dieser Maschine fotografieren. Am nächsten Morgen, als wir wieder nüchtern waren, haben wir uns entschieden, ein Wohnmobil suchen zu gehen, um das zu machen. Also sind wir wieder auf die Fahrräder und es ging los.

Woher kommt das Interesse für Fortbewegungsmittel?
Alex: Ich war nie speziell ein Autofanatiker oder Fan von Fortbewegungsmitteln, aber zu schönen und seltsamen Objekten habe ich mich immer schon hingezogen gefühlt.

Olga: Ich bin ein großer Fan von Cronenbergs Crash. Erinnert ihr euch an die Szene auf dem Balkon? Genau die hatte ich im Kopf, als ich vor jedem Auto geposed habe. Die ist so süß!

Wie entscheidet ihr euch für die Fahrzeuge?
Es geht nicht nur darum, ein Foto vor einem Auto zu machen, es steckt wirklich eine lustige Geschichte hinter jedem Foto, das wir machen. Es geht um die ganze Stimmung, um Spaß zu haben und zusammen lachen zu können. Das ist, wo sich das Sexuelle in Humor verwandelt.

Wie spontan sind die Bilder?
Die Bilder sind sehr spontan, wir fahren mit dem Fahrrad durch die Gegend, immer auf der Suche nach dem richtigen Auto und dem richtigen Moment.  Es spielt keine Rolle, ob es eine schöne gelbe amerikanische Oldtimer-Corvette oder ein Traktor ist, haha. Die Wiederholung, das fast jeden Tag zu tun, macht uns wahnsinnig, weil es oft vorkommt, dass man zurückfährt, ohne überhaupt ein Foto zu haben.

Gibt es Pläne für die Bilder? Wollt ihr sie irgendwo veröffentlich – außer bei uns im Magazin natürlich?
Das Projekt machen wir nur während unseres Sommerurlaubs. Wir planen, das für viele kommende Sommer fortzusetzen, bis wir wirklich das Gefühl haben, dass das Projekt vorbei ist. Aber natürlich möchten wir danach ein schönes Buch mit den Polaroids, die wir haben, veröffentlichen. Am Ende ist es eine tolle Erinnerung, die man sich immer wieder anschauen kann.

Wieso habt ihr euch für Polaroids entschieden? 
Ja, das sind alles Instax Polaroids. Die einfache Geschichte dahinter ist, dass es die einzige Kamera ist, die wir im Sommer dabeihatten. Und die Polaroids sind wirklich passend für unser Projekt, weil es spontan ist und wir manchmal wirklich schnell sein müssen, weil manchmal die Besitzer der Autos im Auto sind. Haha.

Olga, du bist selbst Fotografin. Wie beeinflusst das dein Posen vor der Kamera?
Ich versuche nur, schnell zu sein. Ich habe etwa 30 Sekunden, um ein Bild zu machen. Manchmal mehr, wenn niemand im Auto ist, haha. Die Leute um mich herum schauen mich an und ich posiere für sie! Nichts beeinflusst mich, ich bin ganz ich selbst auf den Bildern. So kann man mich auch in meiner Küche beim Hähnchenkochen sehen.

Ihr seid auch ein Pärchen. Wie wirkt sich das auf die Dynamik beim Fotografieren aus?
Wir sind nicht nur ein Paar, wir sind ein Projekt. Oh, und wir sind sehr dynamisch.

Ihr fotografiert ja auch gemeinsam Editorials. Ist es manchmal schwierig, die Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen?
Die Straße mag nicht gerade und ohne Fallstricke sein, aber sobald der Motor gestartet ist und die Räder sich drehen, fährt das Auto weiter. Wir genießen wirklich, was wir tun.

Was sind eure Tipps für eine funktionierende Beziehung?
Zusammen einen Traum zu verfolgen, lässt uns diese süße Fahrt genießen.

Besitzt ihr ein Auto? Wenn ja, welches?
Ja, ein großes schwarzes deutsches Auto.

Lieber cruisen oder schnell fahren?
So schnell fahren, wie es geht. Schneller als man das Wort sagen kann.

Was ist euer Go-to-Song zum Auto fahren?
David Bowies „Im Deranged“. Es ist ein Symbol für unsere Individualität und unseren Glauben an persönliche Freiheit.

Fahrrad oder Auto?
Fahrrad, weil dieses Projekt ohne Fahrräder nicht existieren würde.

 

„Ich bin ein GROSSER FAN von Cronenbergs CRASH. Erinnert ihr euch an die Szene auf dem Balkon? Genau die hatte ich im Kopf, als ich vor jedem AUTO GEPOSED habe. Die ist so süß!“

„Es geht nicht nur darum, ein Foto vor einem Auto zu machen, es steckt wirklich eine LUSTIGE GESCHICHTE hinter jedem Foto, das wir machen.“

Intersection #44
Interview: Antonia Schmidt

 

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